Ute Wurtinger
Schwingungen
Alles schwingt. Töne, Farben, Gegenstände, wir selbst...
Wir leben in einem schwingenden Universum.
Ich will nicht das Sichtbare abbilden, sondern in meinen Bildern einige dieser Schwingungen in uns und um uns herum einfangen. Die Schwingungen, die man nicht sieht, nur spüren kann. Es ist das Erspürte, das ich in meiner Malerei ausdrücken will.
Ein Bild ist wie ein Klang auf der Fläche. Das Weiß des Blattes schwingt mit. Eine Melodie entsteht durch eine Tonfolge und den Abständen der einzelnen Töne, den Pausen dazwischen. Ohne sie wäre die Melodie nicht möglich. Das Weiß des Papiers, das für sich steht, ist wie dieser Abstand zwischen den Tönen. Das nicht sichtbar Gemachte schwingt ebenso wie die durch eine Linie sichtbar gemachte Schwingung.
Mit den Linien kann ich die Stimmung der Schwingung ausdrücken. Sie kann sehr zart sein, aber auch sehr dominant und kraftvoll. Schwingung ist Vitalität und Lebenskraft. Um diese Vitalität geht es mir in meinen Arbeiten. Jedes Bild muß eine ganz eigene Vitalität besitzen.
Kunst kommt von innen. Meine Gefühle, Stimmungen, Erfahrungen, diese runde Summe von mir selbst muß in dieser Arbeit stehen, dann ist sie gelungen.
Nicht die Welt will ich bewegen, sondern die Gefühle des Betrachters.
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